Einfach nur liegen sollte gehen

War heute anstrengend. Obwohl ich mich nicht wirklich viel mit Arbeit aufhalten konnte. Allein die Zeit, die ich mit zwei Teammeetings zu einem einzigen Thema verplempert habe… Beziehungsweise, die mir verplempert wurde.

Anne ist grandios beim Restteam abgeschmiert. Plötzlich hatte sie noch einen neuen Aspekt gefunden, warum wir nicht in einen Escaperoom gehen sollten.

Sie hatte keine Chance. Auch der Azubi, den sie ganz offensichtlich vorbereitet hatte, das heißt zu Hause wahrscheinlich bis zum Erbrechen indoktriniert, war keine große Hilfe. Ich frage mich bis jetzt, ob der heute überhaupt was gesagt hat. In den beiden Meetings saß er zumindest nur mit hängendem Kopf genau in der Mitte.

Sie kam später noch in mein Büro, so kurz vor drei, weil sie Gesine bezüglich des Teamtags sprechen wollte. Mich nicht. Und dann stand sie in der Tür und atmete vor sich hin. Jetzt hatte ich aber auch noch andere Sachen zu tun und fragte deshalb schnippisch, ob sie noch was wolle. War sie gleich beleidigt und zog ab.

Also, bitte, ja! Steht da rum und will nichts. Mal sehen, wann die Frage kommt, ob bei mir alles in Ordnung ist. Und ob ich böse auf sie bin. Böse ja nun nicht, aber unzufrieden. Allerdings werde ich den Teufel tun und ihr das sagen.

Denn wie gesagt: Ich habe anderes zu tun. Eigentlich sollte ich ja Rechnungen schreiben, aber seit anderthalb Jahren mache ich noch so nebenbei die Abrechnungen mit unserem Handwerker. Weil immer ein Kollege gegenzeichnen muss, was er so eingekauft hat, mache ich das auch noch schnell. Seit anderthalb Jahren war das kein Problem. Am Montag hatten wir auch wieder vier verschiedene Formulare zusammengestellt.

Heute erhielt ich zwei davon zurück, weil unserer Chefin plötzlich nicht mehr klar war, dass wir das schon ewig so machen. Soll der arme Mann etwa nachträglich wieder durch die Projekte reiten, um sich von den Kollegen vor Ort die Duschschläuche freizeichnen zu lassen, oder was?

Claudia und ich haben uns in diesem Augenblick nur angeguckt und ein Schleudertrauma vom Kopfschütteln entwickelt (Arbeitsunfall!). Aber in der Ruhe liegt die Kraft, und so scannte ich die beiden Dokumente kurzerhand ein, schickte sie an die Kollegen und fragte, ob es den angezweifelten Heizungsthermostat wirklich gibt.

Fünf Minuten später wollte ich meinen Kollegen küssen. Er schrieb nicht nur, dass das seine Richtigkeit hat, sondern schoss auch noch unbewusst so weit übers Ziel hinaus, dass man es schon mit ironischem Augenzwinkern betrachten kann, wenn man den entsprechenden Hintergrund hat. Ausführlich schilderte der Mann den Hergang der Zerstörung des alten Thermostats, weil nämlich in der Nacht ein Rollladen herunterrauschte, der das Altgerät nachhaltig beschädigte, so dass Hannes ein neues kaufen musste. Und das hat er auch eingebaut. Und das hat er auch noch sehr gut gemacht.

Habe ich an Hannes´ Formular angehängt, damit alle wissen: Das Ding gibt es wirklich. Zwölf neunundneunzig.

Ich lege mich jetzt hin. Zu mehr bin ich in der Tat nicht mehr in der Lage. Dann gucke ich die erste Folge Criminal Minds heute im Liegen. Und die anderen beiden vielleicht, während ich ein paar Sachen wegen morgen wegräume.

Außerdem habe ich noch eine Wette mit Renate abgeschlossen. Sie glaubt nicht, dass ich es in der Werbepause schaffe staubzusaugen.

Na, da bin ich ja mal selbst gespannt.

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